Start Happerschoß So war es früher Das "Frey-Gericht" zu Happerschoß

Das "Frey-Gericht" zu Happerschoß

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Happerschoß hatte in der hiesigen Region Bedeutung, das zeigt nicht zuletzt daran, dass Happerschoß über ein "Frey-Gericht" verfügte

Im Mai des Jahres 1555 kamen die von der herzoglichen Regierung zu Düsseldorf mit der Erkundigung über die Gerichtsverfassung des Landes Berg beauftragten Räte und Beamten, unter ihnen Johann von Brambach, der Rentmeister von Blankenberg, in das Amt Blankenberg, um die dortigen Verhältnisse aufzuzeichnen. Dabei vermerkten sie außer den neun Dingstühlen oder Landgerichten insbesondere noch das "frey Gericht" (Freigericht) zu Happerschoß. Diese Ortschaft gab mit ihrer Kapelle einer der neun Honschaften innerhalb des alten Kirchspiels Geistingen den Namen.

Das Frey-Gericht Happerschoß stand unter der unmittelbaren Zuständigkeit des Herzogs und wurde unter einem Schultheißen mit acht "geborn und darzu geerbten" Schöffen, die alle auf den Landesfürsten vereidigt waren, dreimal im Jahre abgehalten. Es besaß keinen eigenen Gerichtsschreiber; bei Bedarf bestellte der Schultheiß einen Schreiber, wahrscheinlich den Gerichtsschreiber der übrigen Landgerichte, den man Landschreiber nannte. Einer der Schöffen versah zugleich das Amt des "Vursprechs", des Verteidigers, und der Schultheiß leistete in einer Person die Dienste als Amtsknecht (als Bote zur Amtsverwaltung), wohl der Kostenersparnis halber. Der Schultheiß verwahrte das Gerichts- und Verzichtsbuch, in denen neben den gerichtlichen Verhandlungen und Entscheidungen alle "Verzichte" oder Besitzübertragungen eingeschrieben wurden. Denn die Happerschosser Schöffen erkannten "allein uber erb und guter, so in den legen und pelen des freien rechts gelegen", also über den Besitzwechsel, etwa durch Erbfall, Tausch oder Kauf aller Höfe und Ländereien innerhalb seiner Grenzmarken, die durch Steine und Pfähle bezeichnet waren. Nach ihrer Gerichtsrolle mussten sie jedoch alle Vorfälle, die eine eidliche Bekräftigung erforderten, an das Landgericht Geistingen abgeben. Die Appellation oder Berufung geschah dagegen immer unmittelbar an den Herzog von Berg in Düsseldorf als Gerichtsherrn. Dem Schultheißen flossen für seinen Unterhalt "zinß, pecht und pennigsgelt etc." zu, die dem Frey-Gericht gezahlt werden mussten, zu. Über die den Schöffen zustehende Vergütung ist nichts gesagt, wahrscheinlich hatten sie keine besondere Belohnung, außer die der üblichen Bewirtung, und sie waren wohl, wie die Schöffen der Landgerichte, von der Abgabe des Maischatzes, Setzhafers, von Hühnern und der Leistung der Hand- und Spanndienste frei.

Unter den Hofesgerichten des Amtes Blankenberg ist noch ein "Frey-Gericht zu Herchingen" (Herchen) aufgeführt, das ebenfalls dem Herzog gehörte und durch den Schultheißen des Frey-Gerichts zu Happerschoß bedient wurde. Viermal im Jahr hielt er Gericht in Herchen. Dann musste ihm und einem beliebig mitgebrachten freien Schöffen der örtliche Schultheiß des Grafen von Sayn die Kost und Zehrung stellen. Dafür gab ein jeder Morgen des dem Gericht anklebenden freien Landes dem Grafen jährlich einen Heller ab. Der Saynsche Schultheiß saß beim Geding "als ein schweigender Mann" dabei, "umb zu erfaren, wa er zinß zu heven hab".

Das ist alles, was die Recherche über das Frey-Gericht in Happerschoß ergeben hat. Es scheint den herzoglichen Räten selber zu wenig gewesen zu sein; denn es steht noch dabei vermerkt: "Wirt der rentmeister Blankenberg allen claren bericht davon thun." Ob das geschehen und wo er geblieben ist, wissen wir nicht.

In einem Schreiben aus der Regierungszeit des Abtes Adolf von dem Vorste (1417 – 1420) wird Bezug genommen auf ein Weistum der Freischöffen von Happerschoß, aus dem hervorgeht, dass Kaldauen damals nicht mehr ganz zum Burgbanne Siegburg gehörte, sondern schon eine größere Ausdehnung gewonnen hatte. Das Gericht habe kein Siegel besessen, sondern es im Bedarfsfalle von Blankenberg entliehen.

Ein Weistum aus dem Jahre 1384 (aus der Redinghovschen Handschriftensammlung (Band V, S.249-252) in der Staatsbibliothek zu München), wurde am 10. Juni 1661 aus einer Pergamentrolle im Archiv zu Blankenberg abgeschrieben.

(Die Germanen und auch das deutsche Volk im frühen Mittelalter urteilten auf der Dingstätte nach dem ungeschriebenen Gewohnheitsrecht. Erst vom 13. bis 16. Jahrhundert schrieb man diese Gewohnheitsrechte auf und nannte diese Niederschrift "Weistum", da es dem Recht den Weg "weisen" sollte.)

Nach diesem Weistum hat der Herzog Reinard, gleichbedeutend mit Reinald, im Jahre 1384 das damals so bezeichnete Frey-Gericht zu Happerschoß als öffentliches Gericht "gebessert", also ein schon bestehendes Gericht mit vermehrten Rechten ausgestattet. Es kann sich bei diesem Herzog nur um Reinald IV. handeln, der als Herzog von Jülich und Geldern von 1402 bis 1423 regierte und wahrscheinlich um 1384, wie im Weistum angegeben, als " Vaidt van dem Berge", bergischer Vogt, besondere Rechte im Amte Blankenberg besaß. Wir wissen von ihm, dass er auch später in engsten Beziehungen zum Herzog Adolf VII. von Berg (1408-1437) stand, der ihm im Jahre 1413 als seinen "lieven Oemen ind broder", das Schloss Bensberg mit den Kirchspielen Bensberg und Herkenrath gegen Hergabe von 6400 Kronen versetzte. Offenbar ist die Niederschrift des Weistums von Happerschoß erst kurz nach dieser Zeit erfolgt und somit Reinalds Herzogtitel erklärlich.

Dieses Weistum gibt über die Verhältnisse des frey-Ggerichts eine erschöpfende Auskunft. Der Schultheiß hatte für den Bereich des Amtes Blankenberg die Aufsicht über den baulichen Zustand der herzoglichen Güter, den Wildbann, die Auswanderung von Einwohnern, die Ausfuhr von Harnischen, die Verfügung über verlorenes und wiedereingefangenes Vieh und die die Verantwortung der Überwachung des Holztransportes auf der Sieg von Lohmar bis zur Mündung in den Rhein mit Flößen und Schiffen. Die drei jährlichen Gerichtstage waren an den Montagen nach St. Remigius (1. Oktober; Patron der Kirche zu Happerschoß), Dreikönigen und am 1. Mai. Die dingpflichtigen Güter sind mit ihren derzeitigen Besitzern namentlich aufgeführt, und das Erbrecht bei Kinderlosigkeit ist geregelt. Auch die Entlohnung der Gerichtspersonen ist angegeben. Das Frey-Gericht hatte Rechte in Seligenthal und überwachte den Zustand der Wege und Stege, die Kirchenzucht zu Happerschoß und Herchen, selbst die eheliche Treue und Gewichte und Maße beim Brotwecken, Bier und Wein. Die Pflichten des Schultheißen und die Höhe der Strafgebührnisse waren genau festgelegt.

Es soll hier nicht alles im einzelnen vorweggenommen werden, der Wortlaut des Weistums möge im übrigen für sich sprechen.

HAPPERSCHOSSER FREI-GERICHT IM AMBT BLANCKENBERG

Na der Geburt Jesu Christi als man schrief duisentdryhundert und Vier und achtzig Jair, doe hat der hoegeboren Furst und Herr Hertzog Reynart van dem Berghe, eyn offentlich gericht gebeßert zu Happerschoß in dem Landt van dem Berghe, genant dat Vreye Recht mit vursatz und raidt, wie hie folgt. So hat der vurgeschrieven Hertzog einen Scholtysen aldae gesatzt, alle und yckliche sachen, wie und wes ym befoelen wirdt, dat sal der vurgeschrieven Schultyß nae allen des ebengeschrieven Fürsten goeder syen, dat dieselvige goeder nit bouloiß en werden,und offte die goeder bouloeßig wurden, so sal yt der obengenanter Scholtiß dem Ambtman des Hauß zu Blanckenberg zerkennen geven, dieße sachen und alle sachen, wes hynder und schaden beybracht.Ouch sal der obengenanter Scholtyß syen up des vurgeschrieven Fürsten wildt, idt were groiß oder klein, darvan niet uiß gescheiden, so dat des niemandt en sal schießen ider jagen, er en hette dan erlouffeniße van dem vurgeschrieven Hetzogen.

Und offe eynich mensch uiß dem vurgeschrieven Lande van Blanckenberg zoich, ydt were fraw oder man, were jonck oder alt, edel oder unedel, Knecht oder magt, under einen anderen Fürsten zu woenen, und woulde verlaßen syn erffzahl, dat sal der duckgemelte Scholtiß anbringen, up dat der vurgenanter Hertzog syn recht darvon kryge, wie dat gewointlich und Landsrecht und wyse ist.

Ouch sal der duckgemelte Scholtiß ein upseyn haven, so dat geyn man, er were edel oder unedel, Harnerst versetzt oder kouff boußen dat vurgemelt Landt van Blankenberg.

Ouch sal der dukgemelte Scholtiß ein upseyn haven up alle verloiren Vehe, idt weren perde, koe, vercken, Schaiff, in all nit davan uißgescheiden.Were it sache, dat he verneme, dat eyt verloiren were, dat sal he nae sich nehmen, und haldent offenbair, und laßent in der Kirspels Kirchen uproiffen sechs wechen und drey daige ; kompt jemants darbinnen, der sal dem vurgemelten Scholtißen geven Sees wyßpenninck,und dairzu,wes dat recht erkent, wat dat Vehe verzeret hait, und sal dat by synem eide halden, und mit zween synen neisten naebaren bewyßen, dat dat vurgenant Vehe nit in fremdbe hende en queme, der des nit gezogen en hett und off ernandts were, solch vurgenant Viehe nae sich woulde nehmen buißen wißen und willen des vurgenanten Scholtißen, den sal der vurgenanter Fürst staiffen so hoich, als syner Fürstliche Gnaden wil were, und were idt sache, dat niemandt en queme binnen den sees vurgenanten wechen und dryen dagen, so sall dat obengeschrieven Vehe dem vurgenanten Scholtißen erfallen syn und blieven, gelich ofte het he dat Vehe op einem fryen maart vur syn baar geldt gegolden.

Ouch sal der obengeschrieven Scholtiß seyn nae allem holtz und schwimmunck des wassers genant, de Seeghe van dem Lumber dyck aen biß in den Ryn, daevan niet uyßgescheiden. Were einig houltz, schiffonge ofte floetze, dat in den floetzen mit gewaldt entreven were, so sall ydt der obengeschrieven Vryscholtiß auch nae sich nehmen, und haldent offenbar, beneven dem wasser. Ofte emandts queme, dem dat vurgemelt houltz, schiffonge oder floetze were, der sal dat auch beweißen,wie obengeschrieven steit. Van einer floetzen, dair gein man up en is, sees wyßpenninck, als der Scholtiß dir vloidt langt ofte emant van synetwegen, und van einem holtz, dat eines gulden wert is, einen birschen wyßpenninck damit zu loesen, und fort alle houlster darnae testeirt werden, wie sich dat recht erkent, van jeder schiffong dry wyßpennink. Ouchsal der vurgenanter Scholtiß alle schiffonge, houltzer und floetzen halden sees wechen und dry dag, queme niemandt dair en tüschen, der allsulcher schiffonge, houltzer und floetzer gesonne, so salt der duckgemelte Scholtiß behalden, als het he idt umb syn baar geldt gegolden.

Ouch sal der duckgemelte Scholtiß drymal dyngen ofte gericht halden zu Happerschoß mit synen geboeren und gekoren Scheffen, dat irste mail des Montags na Sent Remeiß, dat andermail des Montags na Druytzehendage, zom dritten mail des nesten Mondags na Meydage.

Alle goede, wie hiernae folgende, synt alle zu Happerschoß an dat recht Zinß und pechten geliendt, niet davan uißgescheiden,als:

  • der Treueste Jonker Goddert Menge zu Happerschoß uiß synen goeder nuyn schillinck,
  • die gemein naebar zu Happerschoß hundert penninck.
  • Item Juncker zue bergh van Heysterschoß uiß seinen goede sees Wyßpennink und drey hoener.
  • Item Junker Johan Allenhoff zu Heysterschoß nuyn schillinck,
  • und die gemeine Naebaren zu Heysterschoß vunffzig penninck.
  • Item die gemeine Naebaren zu Kalverbroich achten vierzig penninck.
  • Item Wilhelm Crommel in der........ uiß seinen freyen goeden seeßzeen penninck
  • Item Tylman van Alden Boedingen in den jongen bytzen gifft aus den Jongen bytzen zwelf penninck zu Happerschoß an dat Vrye Recht.
  • Item Junker Wylbert van Aldener gyfft aus synen vry goeder zu Happerschoß aen die vrye banck nuyn schillinck,
  • die gemeine Naeber zu Alender geven uis ihren vryen goederen dryssig penninck.
  • Item die gemeine Naeber in der Wyngartzgaßen geven van yren vryen goederen dryßig penninck.
  • Item Junker Peter Woulff zo der Moellen gifft aus seinen freien goeden in der Honschaft van Kalden vier schillinck.
  • Item dat Goitzhauß van Heisterbach aus ihren goeder, gelegen in der Honschaft van Kalden, vierden halven schillinck.
  • Item die gemein van Kaldawen geven zwentzig penninck.
  • Item ein Dorff gelegen in dem Kirspel van Nuynkirchen,genant Huylschyt, gifft aus seinen freien goeden dreißig penninck.
  • Item ein hoff in dem vurgemelten Kirspel zu Nuynkirchen genant Hoirbach gifft aus seinen freien goeden seeßzeen penninck.
  • Item noch ein Dorff in dem vurgenanten Kirspel genant Neder Songeradt gifft uis synen vryen goeden drißig penninck.
  • Item noch in dem Kirspel van Roupyctgeraidt gelegen ein Dorff, genant Haenscheit, gifft uis synen vryen goeden achtzehn penninck.
  • Item noch in dem vurgenanten Kirspel ein Dorff, genant Vellink, gifft uis synen vryen goeden zwentzig penninck.
  • Item noch in dem vurgenanten Kirspel ein Dorff, genant Bachem, gifft uis seinen vryen goeden achtzehn penninck.
  • Item dat erve tuischen der Noutschyt und Probach gifftacht en vierzig pennink.
  • Item were ernandts, der in dieße vurgenante Dorper uißwendich in queme, boudede waenhuiß, der sal dat vurgemelt recht bekennen mit zween penninck. Item alle goest, dat zu Happerschoß an dat vurgenant Vry Recht gilt, einen penninck, dat sal, als gein naekomende gebloede nit en is, so sal it zurück an dat neiste bewante bloet umb willen,dat die rechte linie zypbloitz seiner alder Enchen (Ahnen) goidt nit enterffen werde sonder recht.

Dairover hat dießer vurgeschrieven Hertzog, Scholtißen und Scheffen gesagt, were idt sache, dat einich man gedinck will haven buißen die drei vurgenante dinkliche Daege, der sal dem Scholtißen geven seeß wyßpenninck und die kost,und icklichen Scheffen drey wyßpenninck und die kost. Und wilt dat Kirspel van Herchingen geding haven van dem vurgenanten Scholtißen, so süllen sie ihme geven die kost und loen, dat sie bei ihrem alden herkommen blyven, dit geit an dat vry recht, dat van alders gewest ist. Wes der Scheffen nit wyß genoich en iß, so sal he soecken den Ambtman zu Blankenberg, Stadtholder des obengeschrieven Hertzogen vam Berghe, wair de dan den Scheffen wyst, des sal der Scheffen ein goedt genugen haven.

Item willent die Herre im Seligendahl und die Naeber in dem Hoevesgoidt gedinkt haven, so sollen sie dem vurgenanten Scholtiß kost und lohn geven. Item wa he dan dynger und ein dynger over ist, da sal man wroegen all wege und stege, dat sie ganckhaftig blyven, wer darinnen brüchafftig befunden wurde, brucht dem dickgemelten vurgenanten Landtherrn vunff mark. Wer dae zu Happerschoß gulde und nit en geve einiche brüchte, van einem penninck achtenhalven schillinck.

Item alle Menschen die des vryen Rechten gebrauchen wollen, die süllen bei ihrem Eide behalten alle goede dißes vurgenannten vryen Rechten und gezuichenuß der warheit, dat alle sachen vollemechtig gehalden werden und blyven.

Were jemands, idt were man ofte fraw, die zu dem hilligen Sacramant hedden gegangen, die up dem Kirchhoeve ofte in den Kirchen zu Happerschoß off zu Herchen seinen kall hette binnen der pretgaeten off dem Ambt der hilliger missen, so duck als dat geschuit, brucht dem vurgenanten Landsherren achtenhalven schillinck.

Item were ernant, man oder fraw in oeverspil (Eheverspiel = Ehebruch), die in dießem vurgenanten rechten wohnhafftig weren, de sal der vurgenante Scholtiß bruchafftig dem Hertzogen vom Berghe anbringen, und so dick das geschege, vunff marck vur die bruchte, und dem vurgenanten Herzogen die gewalt. Wer dießem vurgenanten Rechten nit en folgt, brucht achtenhalven schillinck.
Dießer vurgeschrieven Scholtiß sal dieße sache verwarren by seinem Eyde, und dat he nit bruchafftig befunden en werde, und wurde er bruchafftig befunden, wie vurgemelt steit, so hat ihn der obgeschrieven Landtsherr zu straffen so hoich Sein genade wilt.
Item der Scholteiß sal vervaren und haven dat Smael zeyngen (den schmalen oder kleinen Zehnten) genant. Noch sal he haven all dat pennincksgeldt, dat an dat Vry Recht fallende is. Des sal he noch haven acht marck alle Jairs van dem Hoevesherrn van Bonn uiß dem Kirspel van Oeverpleiß op ihrem Hoeve zu Waelfeldt, und werdent felligh up Sent Steffens Dag, das sal man den vurgenanten Herrn pende geven in dem dickgemelten Lande van Blanckenberg vur Bekannte schuldt.

Item wer in dem Kirspel zu Happerschoß und zu Herchen wyn ofte beir oft brot weck feil auff den kauff hätte, und geve dan gein uprechte gewichte ofte maiße, der brucht dem obengemelten Scholtiß, so dick he darinnen befunden wirdt, vunff marck,und der vurgenanter Scholtiß sal den Bruchafftigen anbringen an den Ambtman zu Blanckenberg, der sie straffen so hoich als Sein Genade wilt, van des obengeschrieven Fürsten wegen.

Item wer in einigen vurgemelten sachen oder Puncten bruchaffig befunden wurde, dat sal der duckgemelte Scholtiß anbringen offte behalder dießer Rollen bei seinem eide dem bekennen, und geven alle Jair zwentzig marck, wie dat geldt in dem gewohnlichen schatz gangbar is, und dat zu bezahlen up den Eschtag, des sal vurgenanten Scholtiß und Scheffen vry sein aller Dienst, behaltende doch dem vurgeschrieven Landtsherrn, van den Scheffen seinen gewohnlichen schatz.

Over alle yckliche sachen und Puncten, und haint sich des eindrechtlich, und ihre Ingesiegel an diese Rolle gehangen, und verdragen die Erentveste Junker Wilhelm van Neßelradt (auf Herrnstein), und Junker Philips van Steinhuiß (be Much), beide sementlich Raide des vurgeschrieven Hertzogen. Noch in mehrer urkundt der warheit sein hiebei an und over gewest Kort Johan van Welcken, Wilhelm Schmitt van Haenscheidt, Pauwels van Luythuysen, Jonge Johan van Soengeradt, Wilhelm van Kaldawe, Meybruinen van Happerschoß, Johan van Kalverbroik, sementlich vry Scheffen, synt hoiffrechtig gewest up dat Schloß Blanckenberg, dat quit gegeven is, dat sie dießem vurgenanten gericht gehorsam sullen sein.Were einich Scheffen der sturve,sal sein neiste Bewante dat Hoiffrecht ein zypbloid des vurgenanten gerichts haven. Des so haint wir vurbenante Scheffen gein eygen Siegel, und hant gebeden die Eirsamen Scheffen van Blanckenberg, dat sie willen ihr Siegel unden up dat spacium dießer Rollen wulden drucken, dat die Rolle volmächtig erkant werde.
Item wer dießen vryen Rechten wonhaftig ist, und in dießen vurgeschriebenen Dorperen, der sal mit synem ..... (Lücke) vry goedt nit in hende en kompt, idt en werde dangegolden und verkaufft als recht were einen kauff affdreiven ..... sall sy volmechtig syn.

Item weret sache, dat dieße Siegel affielen van dießer Rollen, ofte durch altheit vercancellirt wurde, ofte zu ..... (unvollendet).

(Bericht ausgesucht und zusammengestellt von Bernd Pützstück)


Zuletzt aktualisiert am Dienstag, den 10. September 2013 um 17:38 Uhr  

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