Start Happerschoß Wanderempfehlung Wandern: Von Seligenthal nach Happerschoß

Wandern: Von Seligenthal nach Happerschoß

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Von Seligenthal nach Happerschoß

blick_bei_happerschossWenn man aus dem grünen Klostertal von Seligenthal über die Wahnbachtalsperre auf die Sieghöhen bei Happerschoß hinaufgestiegen ist, weitet sich der Blick und man sieht tief ins Land hinein. Hoch über der Talsperre und dem Siegtal liegt zwischen Neunkirchen und Bröl das hübsche Dorf Happerschoß inmitten grüner Natur. Die schönen Ausblicke von der exponierten Lage machen einen Besuch lohnenswert. In Happerschoß gibt es noch viele gut erhaltene Fachwerkbauten. Der Weg beginnt und endet in Seligenthal, wo sich einst die Klosterzellen frommer Franziskanermönche befanden und wo heute noch die älteste Franziskanerkirche Deutschlands steht. Die Mönche dieses Bettelordens lebten arm und waren bedürfnislos.

Wegbeschreibung

einbandBeim Verlassen des ehemaligen Klosters Seligenthal zweigt rechts der Wanderweg X (oder NP1) ab, der an einem kleinen Brunnen mit Bank, dann am Bergfriedhof vorbei zur Staumauer führt. Auf der Dammkrone der Wahnbachtalsperre kommt man zur anderen Talseite. Hier wurde der Wahnbach etwa 1,7 km vor seiner Mündung in die Sieg zu einem großen See aufgestaut. Das hier gewonnene Trinkwasser versorgt rund 800.000 Einwohner der Region mit Trinkwasser der höchsten Qualität. Dazu zählen die Bewohner des Rhein-Sieg-Kreises, der Stadt Bonn und Teilen von Bad-Neuenahr-Ahrweiler. Das aufgestaute Wasservolumen beträgt 41,3 Milliarden Liter, dies entspricht einer durchschnittlichen Wassermenge des Rheins, die innerhalb von 5 ½ Stunden an Bonn vorbeifließt. Die Talsperre dient zahlreichen Lebewesen, darunter vielen Vogelarten und Reptilien als Lebensraum. Vogelkundler haben hier in den vergangenen Jahren über 134 Vogelarten entdeckt.

buergerhofAuf dem X12 geht es hinauf nach Happerschoß. Oben tritt man ins Freie und hat über die Weiden schöne Rund- und Fernblicke bis zum Siebengebirge. In der Ortsmitte an der Kreuzung links zur St. Remigiuskirche. Der Name weist auf eine frühe fränkische Gründung hin. Wahrscheinlich gab es hier eine dem Frankenheiligen Remigius eine geweihte Kapelle, dessen Namen zwischen 700 und 1200 viele Kirchen trugen. Der Bischof aus Reims hatte den Frankenkönig Chlodwig zum Christentum bekehrt und getauft. Beim großen Ortsbrand 1807 brannte die alte, von Erzbischof Anno II. erbaute Kirche lichterloh ab. Die Einrichtung und die meisten sakralen Gegenstände wurden bis auf den frühgotischen Taufstein ein Raub der Flammen. Am 18. August 1818 wurde mit dem Neubau einer Kirche begonnen. Auf dem Kirchhof gibt es noch einen reichen Bestand an alten Grabsteinen. Ein Kreuz zeigt die sieben Schmerzen Mariens.

Nach dem Verlassen der Kirche geht es hinten links zur Straße mit hübschen Fachwerkhäusern und dort wieder links bis zum „Gerhardsbungert“, dort folgt man dem NP1 durch den Ort mit schönem Blick in das Siegtal. Bei einer Verzweigung geht man geradeaus den NP1 weiter bis zur Hauptstraße, diese überqueren und gleich wieder rechts auf dem NP1 einbiegen. Kurz vor dem Eingang zum Jugendhilfezentrum St. Ansgar (gelber Pfahl) biegt der NP1 links ab und führt am Waldrand nach unten. Bei einer Verzweigung an einer Eiche links, beim nächsten Querweg links auf dem NP1 durch schönen Nadelwald nach unten. Bei einer Tierweide verlassen wir an einer Linksbiegung den NP1 und gehen rechts bergab an einer Streuobstwiese vorbei den ersten Häusern von Weingartsgasse entgegen. Unten an der Hauptstraße (Ziethenstraße) bei der Wandertafel die Straßenseite wechseln und bis zur Bushaltestelle gehen, dort links auf einer Treppe hinunter ins Siegtal, wo man an der Hängebrücke bei dem Gasthof Sieglinde herauskommt.

Wie der Name Weingartsgasse bezeugt, wurde an den Hängen um den Ort Wein angebaut. Früher gab es hier einen Fährbetrieb, der die beiden Flussufer miteinander verband. Diese Fähre lag verkehrstechnisch an einer wichtigen Stelle, weil hier die Fernhandelsstraße von Düsseldorf, Köln und Siegburg kommend die Sieg überquerte

Von der Sieglinde geht rechts ein Weg an der Sieg entlang an einem Naturschutzgebiet vorbei. Kurz vor Seligenthal führt der Weg zur Straße herauf. Beim Gartencenter hinter der Brücke über den Wahnbach geht es rechts auf der Straße nach Seligenthal zurück. Unterwegs kommt man an der St. Rochuskapelle vorbei, sie 1709 gebaut wurde zum Dank für die Verschonung von der Roten Ruhr.


Diese Wanderbeschreibung hat Herr Dr. Walter Töpner www.happerschoss.net(t) zur Verfügung gestellt; ebenfalls die gezeigten Bilder. Herr Dr. Töpner hat ein Buch verfasst über Wanderungen im wunderbaren Siegtal. Wenn Sie weitere Wanderungen im Siegtal interessieren, fragen Sie nach dem folgenden Buch: Wunderbares Siegtal, Bouvier Verlag, Bonn, 2011, ISBN 978-3-416-03327-5


Zuletzt aktualisiert am Dienstag, den 04. Dezember 2012 um 23:03 Uhr  

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